




(von Harry Willich, Heimat u.Kulturverein Gr.Lafferde)
Aus der allgemeinen Ortsbezeichnung "LOFERDI" kann der Rückschluss auf das Alter und auf die Lage der Siedlung bestimmt werden. Germanische Orte mit der Endsilbe "di" finden ihren Ursprung etwa im 2. Jahrhundert nach Christi Geburt. Die Ortsbezeichnung "Loferdi" (Waldfurt) sagt uns, dass zur Gründerzeit ein Wald und eine Furt als Geländeform vorhanden waren.
In einer Urkunde im Besitztumsverzeichnis des Klosters Corvey aus dem Jahre 825 wird angezeigt, dass die Siedlung 11 Jahre nach dem Tode von Karl dem Großen in den Besitz der christlichen Kirche überging.
In den folgenden 1000 Jahren wird der Ort, wie kein anderer in der Gegend, immer
wieder durch Machtkämpfe der Herzöge aus Braunschweig und dem Bistum Hildesheim von
schlimmen Kriegen heimgesucht. Schon im 14. Jahrhundert übernahm die Ortschaft eine
wichtige Rolle im Bistum Hildesheim. Im ehrwürdigen Rathaus auf dem Thieplatz wurden
viele Streitigkeiten verhandelt, um Waffengänge zwischen den zerstrittenen Fürstenhäusern
zu vermeiden.Im Jahre 1587 gründete der Pastor Bartold Cordes in Groß Lafferde die
erste Schule im heutigen Kreis Peine. Dem Pastor folgten weitere Personen aus Groß
Lafferde, die zu ihrer Zeit erkannten, dass Bildung nicht nur den Stadtmenschen vorbehalten
war. Ernst Christoph Boettcher, 1697 in Groß Lafferde geboren, gründete 1762 in Hannover
eine Freischule zur Heranbildung von Landschullehrern. Johann Peter Hundeiker, 1751
in Groß Lafferde geboren, gründete hier eine Bauernschule mit Anfangs 10 Schülern.
Als die Schülerzahl auf 60 angewachsen war, eröffnete er darauf ein Pensionat. Angesehene
Familien aus dem Braunschweiger und Hildesheimer Land schickten ihr Kinder nach Groß
Lafferde. Auch aus Frankreich und England eilten Zöglinge herbei. Friedrich Behrens,
1836 in Groß Lafferde geboren, schenkte als Kommerzienrat im Jahre 1911 der Ortschaft
eine neue Volksschule. Mit der Eröffnung der Schule wurde das Dorf verkabelt -
Nur der Lafferder Markt (Jahrmarktsprivileg des Fürstbischof Friedrich-




